Der biblische Schöpfungsbericht und die Wissenschaft - Creation and Evolution

Go to content

Main menu

Der biblische Schöpfungsbericht und die Wissenschaft

Deutsch > Forschungsbereiche > Genesis-Interpretation

P.Rüst (2010), ein Versuch, eine harmonische Beziehung zwischen Bibeltext und Naturwissenschaft auf einfache Weise zu beschreiben, um besonders Eltern und Lehrern zu helfen, die Schöpfungsgeschichte ihren Kindern in sinnvoller Weise zu erklären, etwas erweitert, 14 S.
http://www.aneste.ch/files/Schöpfungsbericht+.pdf (351 kB)
oder ohne Bilder, nur Text, 13 S.
http://www.aneste.ch/files/Schöpfungsbericht.pdf
(140 kB)

Inhalt:

1. Das Vorurteil vom Krieg zwischen Naturwissenschaft und Bibel
2. Harmonisierung - eine notwendige Alternative
3. Der Schlüssel - schöpfungsgemässe Verantwortung
4. Aussagen und ihre Interpretationen
5. Die Himmel und die Erde - ein Tag
6. Das Licht und seine Entwicklung
7. Wasser-, Luft- und Landtiere nach ihrer Art
8. Die Menschheit
9. Der Sabbat - die Schöpfungsgeschichte als Stammbaum
10. Adam nicht der erste Mensch

Die Bibel ist
weder ein Märchenbuch
noch ein Lehrbuch


Sie verlangt
weder Krieg zwischen
Glauben und Wissenschaft
noch Mythologisierung

- Viele meinen, die Bibel lehre eine Schöpfung in 6 Tagen. Je nach Weltanschauung lehnen sie entweder die Bibel oder die Wissenschaft ab oder lesen antike Mythen in den Bibeltext hinein. Trotz diesen extrem verschiedenen Standpunkten sind sie sich meist darin einig, dass Bibeltext und Wissenschaft unvereinbar seien.

- Dieses Vorurteil des Glaubenskriegs hat für die Betroffenen, vor allem Jugendliche, verheerende Folgen. Meist verwerfen sie die biblische Heilsbotschaft, sobald ihnen die Realitäten der Evolution des Universums und des Lebens klar werden, oder resignieren und wenden sich dem Konsum einer Auswahl-Religiosität zu. Die konsequente Alternative zum Kriegsmodell ist eine nicht anachronistische Harmonisierung von Bibel und Wissenschaft.

- Der Schlüssel dazu liegt in der grenzenlosen Liebe Gottes, verbunden mit Freiheit und Verantwortung des Menschen, und der Flexibilität aller Sprachen. Mehrdeutigkeit der sprachlichen Ausdrucksweise ermöglicht Prophetie ohne Anachronismus oder logischen Zwang. Wegen der Redundanz der wesentlichen Offenbarung kann ein Mensch zum rettenden Glauben finden, ohne alles zu verstehen.


- Über die einzig richtige Interpretation eines Textes zu verfügen, ist immer Illusion. Die Beispiele "Ausdehnung"/"Feste" und "erschuf"/"machte" aus dem Schöpfungsbericht illustrieren aber zwei Arten möglicher Alternativen bei der Textdeutung. Solche sprachlich gegebene Mehrdeutigkeiten könnten es möglich machen, dass der Text tatsächlich sowohl gemäss antiken Weltanschauungen als auch gemäss jeweils moderner Wissenschaft interpretierbar ist.

- Spezifisch ergeben sich Harmonisierungs-Möglichkeiten im Schöpfungsbericht aufgrund der unterschiedlichen Verwendungsarten von Begriffen wie Anfang, Himmel, Erde, Tag. Eine langzeitliche Deutung der Schöpfungstage kann einen in sich folgerichtigen Text ergeben, der auch mit den wissenschaftlichen Befunden vereinbar ist, ohne solche zu "lehren".

- Das Licht des 1."Tages" stammte von der schon bestehenden Sonne und erlaubte die Unterscheidung von Tag- und Nachtseite der Erde, dann am 3."Tag" die Entwicklung der Vegetation zur Produktion von Sauerstoff, der es ermöglichte, dass vom 4."Tag" an die Gestirne von der Erdoberfläche aus sichtbar wurden, was dann Tieren und Menschen zur zeitlichen und örtlichen Orientierung diente.





- Tiere wurden erschaffen, gesegnet, und füllten die Meere. Neu war die seelische Dimension, nicht die körperliche, die sich schon seit langer Zeit entwickelt hatte. Die ersten Flugtiere waren Insekten. Die später hervorgebrachten Landtiere erbten auch Seele und Segen von den Wassertieren. Das Auftreten nach ihrer Art bezeichnet nicht unabhängiges Entstehen, sondern im Gegenteil Abstammung von früheren Arten durch biologische Artenbildung und Evolution.


- Gott bereitete die Menschen leib-seelisch durch einen Entwicklungsprozess aus vorbestehenden Hominiden zu, um sie dann durch Verleihung der geistlichen Dimension in seinem Bild zu erschaffen. Er gab ihnen einen neuen Segen, mit dem Auftrag, die Schöpfung als seine Vizeregenten zu pflegen. Durch spezielle Heiligung der Geschlechtlichkeit machte er die Ehe zu einem Sinnbild seiner eigenen Liebesbeziehung zu seinem Volk und der Einheit Christi mit seiner Gemeinde.



- Beim Übergang zur Geschichte Adams im 7. "Tag" wird der Schöpfungsbericht der ersten 6 "Tage" wörtlich "Zeugungen" genannt("toledot"), also Zeugungsfolge, Stammbaum, oder Entstehungsgeschichte. Der Begriff bezeichnet an allen anderen Stellen Abstammungslinien, Stammbäume oder Völkertafeln mit Lücken oder fehlenden Linien, genau wie bei phylogenetischen Bäumen in der Biologie.


- Adam kann aufgrund des Zusammenhangs nicht auf die Zeit der ersten modernen Menschen, die das Bild Gottes trugen, angesetzt werden. Dass es echte Menschen vor Adam geben musste, wird durch den symmetrischen Aufbau von 1.Mose 2,4 belegt, der auf die Überleitung von der Schöpfung zu späterem, lokalem Geschehen hinweist. Es wird auch bestätigt durch die gesamtbiblisch systematische Vermeidung einer ausdrücklichen Identifizierung von Adam mit den ersten Menschen. Evolution und Schöpfung sind zwei Aspekte des gleichen Geschehens; hinter allen natürlichen Prozessen steht der Schöpfer, der alles in seiner Hand hat.


Schöpfung und Evolution
sind zwei Aspekte des gleichen Geschehens:
hinter allen natürlichen Prozessen steht der Schöpfer,
der alles in seiner Hand hat.

 
 
Back to content | Back to main menu