Die Illusion, dass Anpasserei Probleme in der Bibel löse - Creation and Evolution

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Die Illusion, dass Anpasserei Probleme in der Bibel löse

Deutsch > Forschungsbereiche > Biblische Theologie

P. Rüst (2007), MS, 2 S.; http://www.aneste.ch/files/Anpasser.pdf
Übersetzung von P. Rüst (2004), "Accommodationism's Illusion of Solving Biblical Problems", Perspectives on Science and Christian Faith, 56/3, 235-236

Eine Antwort auf die Behauptung, Gott passe sich mythologischen Weltanschauungen an, und deshalb sei 1.Mose 1-11 notwendigerweise unhistorisch.

Hauptpunkte:

Das alte Hebräisch kennen wir praktisch nur von den biblischen Texten selbst. Mit selten vorkommenden Ausdrücken wissen wir manchmal nicht, welche von verschiedenen möglichen Interpretation "korrekt" ist. Sie brauchen sich gegenseitig auch nicht auszuschliessen, wie bei manchen zunächst uneindeutigen Prophetien, die später eine weitere, messianische Erfüllung erfahren.

Diese Offenheit erlaubt es sowohl der Bibel als auch den wissenschaftlichen Daten, frei heraus zu sagen, was sie zu sagen haben, sogar Fakten, welche der Prophet nicht kennen konnte. Eine Theorie der biblischen Inspiration muss auch die Möglichkeit zulassen, dass Gott das Denken seines Propheten sanft so leiten könnte, dass dieser mit der Realität kompatible Formulierungen wählt.

Historisch-kritische Quellenscheider zerstückeln den Text in viele Fragmente und schreiben Israels Geschichte völlig neu. Frühe Genesiskapitel werden als späte Kopien mesopotamischer Mythen bezeichnet. Dies kann zu einem unnötigen oder gar destruktiven Stolperstein für die Ahnungslosen werden. Das Kreuz Christi als unvermeidlicher Anstoss genügt.

Gott gab die Bibel für alle Zeiten und Kulturen, und er mag seine Gründe haben dafür, späteren Lesern vermeidbare Anstösse zu ersparen. Dass diese erwartete Harmonie existiert, ist nicht beweisbar, aber es scheint doch bedeutsam, dass bisher keine sicheren Unvereinbarkeiten mit bekannten Tatsachen gefunden worden sind.

Klettern im Säntismassif (2502 m, Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen), Schweiz: Blick von der Kletterroute Fänli südöstlich des Hundsteins (2157) hinunter auf den Fälensee (1452 m). Die weissen Steilhänge sind nicht Schnee oder Eis, sondern solider weisser Kalkfels, ideal zum Klettern.

Ich bin der untere der beiden Kletterer, die man sieht, während unser Führer vorauskletterte, unsere Seile sichert und die Foto aufnahm. Mein Kamerad scheint einen sicheren Stand dazu auszunützen, einige Seilüberkreuzungen aufzulösen, bevor er weiterklettert. Es bringt nichts, wenn Sie das Bild vergrössern: Sie würden mich wegen des Kletterhelms und ungenügender Auflösung ohnehin nicht erkennen.

- Kletterer brauchen Karten, sowohl Übersichtskarten als auch detaillierte Routenskizzen, beide sehr präzis. Ein geringfügiger Fehler kann die Kletterer von der richtigen Route abbringen in einen Bereich der Wand, wo sie nicht weiterkommen oder sogar in Gefahr geraten. Sie müssen auch den Überblick über die gesamte Route behalten können, ja sogar die Gesamtkonfiguration der ganzen Bergkette. All dies muss zuverlässige Information sein.

- Noch viel wichtiger für die abgebildeten Hobbykletterer ist der unsichtbare Führer, der die Seile absolut zuverlässig halten muss. Er ist es, der genau weiss, wo die Route hinführt, wo seine Gäste in der Lage sein werden, durchzukommen, und wie lange sie klettern können, ohne übermässig zu ermüden. Vielleicht wählt er sogar gelegentlich eine Variante in der Route.

- Ein weiterer für den Erfolg wichtiger Aspekt sind gewisse externe Kenntnisse, wie die Wetterprognose, sowie die Tatsache, dass man sich für die Kletterei richtig vorbereitet hat.

- Dies ist eine Metapher für eine geeignete Interpretation eines biblischen Textes, wie z.B. 1.Mose 1. Mit einem fehlerbehafteten Text wären wir als simple menschliche Geschöpfe in keiner Weise in der Lage, zuverlässig zu unterscheiden, was göttliche Offenbarung und was Textkorruption wäre. In wichtigen Fragen mag zwar der Vergleich mit anderen Teilen des Textes und seines Umfeldes, bis zum gesamten kanonischen Bibeltext und ausserbiblischen Fakten eine gewisse Hilfe bieten. Aber wenn wir annehmen müssen, dass der Text schwerwiegende sachliche Fehler enthält, können wir zu keinen zuverlässigen Schlussfolgerungen kommen.

- Sogar noch viel wichtiger ist der unsichtbare Führer oben, der uns in jedem Detail festhält. Sanft hält er das Seil angespannt und zieht genau mit der Geschwindigkeit nach, die wir bewältigen können. Er lässt uns sogar einigen Spielraum, wenn wir Mühe haben, so dass wir immer entsprechend unserer eigenen Geschwindigkeit und Veranlagung selbst klettern können, ohne dass er uns mit Zwang hochziehen würde. In diesem Sinn passt er sich unserer Schwachheit an, aber er hält uns dabei immer auf dem geraden Weg, von ihm abhängig. Dies alles funktioniert nur für diejenigen, welche durch das Kletterseil an den Führer gebunden sind, was eine Metapher für das völlige Vertrauen in ihn ist, basierend auf einer persönlichen Glaubensentscheidung.

- Wer die vollständige Zuverlässigkeit der biblischen Texte verneint, operiert mit dem Ansatz, dass Gott sich den Irrtümern der Angesprochenen "anpasse". Einige halten die Kultur der ersten Leser, einschliesslich ihres Aberglaubens, für den einzigen Schlüssel zu einer korrekten Interpretation eines Textes, und ignorieren damit die Möglichkeit echter Offenbarung und wirklicher Prophetie.

- Noch weniger annehmbar ist der Ansatz, dass Gott sich an die fehlerhafte Moral der angesprochenen Leute anpasse. Diese Idee widersetzt sich offen Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit, welche er nie verletzen wird. Dieses Prinzip wird in seiner Offenbarung durchwegs klargestellt. Es trifft zu, dass er sich graduell offenbart, schrittweise, aber nicht auf eine Weise, die aufrichtige Gläubige in die Irre leiten würde. Er lügt nicht, sondern ist durchwegs verlässlich.

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