Die rätselhaften Empfehlungen der Apostel an die Heidenchristen - Creation and Evolution

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Die rätselhaften Empfehlungen der Apostel an die Heidenchristen

Deutsch > Forschungsbereiche > Biblische Theologie

P. Rüst (2009), Predigt Flüehli, Schwarzenburg (Schweiz), etwas erweitert,
ohne Bilder, 7 S. (68 kB):
http://www.aneste.ch/files/EmpfehlgApostel.pdf

oder mit Bildern, 8 S. (236 kB):
http://www.aneste.ch/files/EmpfehlgApostel+.pdf

 

Inhalt:

1. Das sogenannte "Apostelkonzil" in Jerusalem
2. Was ist die Bedeutung dieser rätselhaften Liste von Ausnahmen?
3. Bezieht sich "Unzucht" hier auf Mischehen?
4. "Unzucht" ist sonst immer Ehebruch, Hurerei oder Lästerung Gottes
5. Die tödliche Gefahr der "Unzucht" für Christen
6. Müssen sich Christen vom Blut enthalten?
7. Die Bedeutung Noahs vom Kurzzeitkreationismus missverstanden
8. Opfer und Speisevorschriften des Alten Bundes
9. Keine verbindlichen Speisevorschriften im Neuen Bund
10. Alle Speisen sind rein
11. Der neue Bund bedingt ein neues Gesetz
12. Essen von Fleisch und Trinken von Blut - Symbole für eine neue geistliche Realität

 

- Als die ersten Christen in Jerusalem verfolgt wurden, zerstreuten sie sich und begannen, auch Heiden zu evangelisieren, u.a. in Antiochia. Aber gläubige Pharisäer aus Jerusalem forderten, sie müssten sich beschneiden lassen und das mosaische Gesetz halten. Dem widersetzte sich eine Versammlung von Ältesten und Aposteln in Jerusalem: die Heiden sollten sich nur von Götzen, Unzucht, Ersticktem und Blut enthalten.

...
euch zu enthalten
von Götzenopfern
und von Blut
und von Ersticktem
und von Unzucht
...

- Was ist die Bedeutung dieser rätselhaften Liste von Ausnahmen? Götzendienst und Unzucht sind sicher falsch, aber weshalb sollten Christen kein Blut essen? Paulus sagte den Christen, sie dürften alles essen, was auf dem Fleischmarkt verkauft werde, auch Götzenopferfleisch mit dem Blut, ausser wenn es als Götzenopfer deklariert werde, um niemandem Anstoss zu bereiten.


- Wie ist es dann mit der "Unzucht"? Diese Bezeichnung könnte sich auch auf Mischehen von Israeliten mit Heiden beziehen, was unter dem Gesetz Moses strikt verboten war, um Israel vor dem Götzendienst zu bewahren. Solche Mischehen sind aber problemlos, sofern beide Partner an Jesus glauben. Ist damit das Problem der Ausnahmen gelöst?
- Das griechische "porneia", das mit "Unzucht" übersetzt wird, ist in allen anderen Zusammenhängen immer Ehebruch, Hurerei oder Lästerung Gottes. Gott verwendet die Ehe und das geschlechtliche Einswerden der Eheleute als Symbol seiner Beziehung zu seinem Volk. Der Abfall von Gott wird daher als geistliche "Hurerei" bezeichnet.
- Grundsätzlich ist dem Christen alles erlaubt. Aber wenn er durch Unzucht gegen den eigenen Leib sündigt, der ein Tempel des Heiligen Geistes ist, riskiert er, durch Verhärtung des Herzens den Heiligen Geist zu lästern. Und diese Sünde bezeichnet Jesus als nicht vergebbar. Nur der Heilige Geist im Herzen des Gläubigen führt ja zum Sündenbekenntnis, und damit zur Vergebung.

- Da Götzendienst und Hurerei für Christen unakzeptabel sind, glauben einige, dies gelte auch für das Essen von Blut. Gott hatte dies Noah verboten, deshalb gelte dies für die gesamte Menschheit, nicht nur für Israel. Gott begründete aber das Blutverbot bei Noah (und bei Mose) durch die zeichenhaften Sündopfer, die seit dem Sühnetod Jesu definitiv überholt sind.
- Die Bedeutung Noahs wird vom Kurzzeitkreationismus missverstanden, denn Noah war nicht der Stammvater aller Menschen (nicht einmal Adam war es), und Fleisch war schon immer gegessen worden, gewiss auch von Abel. Richtigerweise wurde das Gesetz Moses für Christen nicht als verbindlich bezeichnet, genau so wenig wie die schon Abraham gegebene Beschneidung.

- Speisevorschriften (wie das Blutverbot) waren im Alten Bund Teil der Opferriten. Diese aber wiesen immer auf Christus hin. Als Erziehung Israels sollten sie das Heilangebot für alle Menschen vorbereiten. Mit der Erfüllung ihrer symbolischen Bedeutung am Kreuz wurden sie hinfällig. Als blosse Riten verstanden, wies sie Gott bereits im Alten Bund scharf zurück.

- Jesus erklärte alle Speisen für rein, da nur das, was aus dem Menschen herauskommt (nämlich Sünde aus dem Herzen), ihn vor Gott verunreinigen kann. Nach Jesu Auferstehung machte Gott dies Petrus demonstrativ klar, als er Heiden evangelisieren musste und bei Kornelius erleben durfte, dass Gott keinen Unterschied mehr macht zwischen Heiden und Juden, da alle der Erlösung bedürfen.
- Auch Paulus bezeichnet alle Speisegebote als überholt, auch das Blutverbot, unterstellt aber das praktische Verhalten der Christen dem Liebesgebot.

Du bist Priester in Ewigkeit
nach der Ordnung Melchisedeks.
Denn aufgehoben wird zwar
das vorhergehende Gebot
seiner Schwachheit
und Nutzlosigkeit wegen
- denn das Gesetz
hat nichts
zur Vollendung gebracht
- eingeführt aber
eine bessere Hoffnung,
durch die wir uns Gott nahen

- Im Hebräerbrief wird ausdrücklich betont, dass mit dem Hohenpriestertum Christi das Gesetz des Alten Bundes aufgehoben sei. Der Neue Bund bedingt ein neues Gesetz.


- Jesus schockierte die ungläubigen Juden, indem er sich selbst das Brot aus dem Himmel nannte und sagte, sie müssten sein Fleisch und Blut essen, also seinen kommenden Sühnetod für sich persönlich annehmen. Nach dem Kreuz wurde diese Symbolik des Essens seines Fleisches und Blutes für die an ihn Gläubigen zu einem neuen Symbol des Essens seines Leibes und Blutes. "Fleisch" weist auf die Niedrigkeit des Menschseins hin, "Leib" auf die ewige Herrlichkeit des Auferstehungslebens.

Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst
und sein Blut trinkt,
so habt ihr kein Leben in euch selbst...
Dies ist mein Leib, der für euch ist;
dies tut zu meinem Gedächtnis!...
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,
dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis!


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