Erschaffen in Äonen - Creation and Evolution

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Erschaffen in Äonen

Deutsch > Forschungsbereiche > Evolution und Schöpfung

P. Rüst (2003), VBG-Institutsbulletin 1/03, 2-10; http://www.aneste.ch/files/ErschAeo.pdf

ursprünglich veröffentlicht durch das VBG-Institut, mit Einleitung "Darwin oder Gott im Schulzimmer?" Dort nicht mehr verfügbar.

Kanarische Inseln (vor Westafrika), Spanien: Fortaleza (1241 m) auf der Insel La Gomera. Der vertikal geschichtete Stock wurde durch Erosion freigelegt. Ein Bergweg führt von dieser Seite hinauf. Diese Formation zeigt durch die klar definierten Schichten, ihre vertikale Position, ihre Exposition hoch über dem Meeresboden, sowie ihre geologische Datierung, dass sie innerhalb sehr langer Zeiten entstanden sein muss. Wie für viele andere Formationen weltweit beweist diese wissenschaftliche Interpretation ein sehr hohes Erdalter.

Inhalt:


Am Anfang stehen Weltanschauungen .................................................... 1

Daten, Fakten, Realität, Interpretationen und Glauben .............................. 1
- Interpretation von Beobachtungsdaten .................................................. 1
- Weltmodelle und Glaubenskriterien ...................................................... 2

Der Zeitrahmen der Schöpfung .............................................................. 2
- Die Geschichte des Universums – das Modell des Urknalls ...................... 2
- Die Geschichte der Erde und des Lebens – durch Radioisotopen datiert ... 3

Lebensentstehung und biologische Evolution ........................................... 4
- Minimale Dateninterpretation – minimales weltanschauliches Vorurteil .... 4
- Schlüsselbeobachtungen – Fossilien und Molekularbiologie .................... 4

Biblische Schöpfung und Wissenschaft harmonisieren .............................. 5
- Offenbarung, Geschichte und Sprache ................................................. 5
- Der Schöpfungsbericht und seine Interpretation .................................... 6

Texte/Bücher ....................................................................................... 7

- Kurzzeitkreationisten und Atheisten sind sich einig, dass Bibel und Wissenschaft sich widersprechen. Dieses weltanschauliche Vorurteil ist weder biblisch noch wissenschaftlich haltbar.

- Daten sind Fakten der Realität
. Um ihre Bedeutung zu finden, braucht es eine Interpretation der Daten, und hier unterscheiden sich die Geister. Eine Interpretation kann mit grösserer oder geringerer Wahrscheinlichkeit richtig sein. Richtige Interpretationen ergeben weitere Fakten.
- Welche Interpretation
der Fakten jemand wählt, hängt bei bedeutenden Fragen sehr stark von seiner Weltanschauung ab. So suchen Physiker, die keinen Schöpfer haben wollen, immer wieder nach Kosmologien ohne einen Anfang. Nach wie vor ist aber das Modell des Urknalls mit seinem unerhörten Anfangspunkt dasjenige, das die Fakten am besten erklärt.
- Dass Evolution
zum Charakter Gottes in Widerspruch stehe, wird nicht von allen Bibelgläubigen akzeptiert. Ob Gott tatsächlich Evolution verwendet, muss von der Naturwissenschaft beantwortet werden, nicht von philosophischen Spekulationen.

- Die Bibel gibt uns keinen Zeitmassstab für das Alter des Universums. Die wissenschaftlichen Fakten jedoch weisen eindeutig auf einen datierbaren Anfang
hin, mit welchem auch Raum und Zeit begannen. Resultate astronomischer und atomphysikalischer Untersuchungen, insbesondere der Expansion des Weltalls und der Entstehung der Atomkerne, bestätigen das Urknallmodell mit hoher Präzision.
- Der radioaktive
Zerfall gewisser Isotopen gibt uns zur Datierung geologischer Materialien eine Reihe von intern geeichten "Uhren" mit Halbwertszeiten von 700 Millionen bis 100 Milliarden Jahren. Für die Menschheitsgeschichte von Bedeutung ist die Kohlenstoff-14-"Uhr", deren Eichung aber externe Messungen wie Baumringzahlen bedingt.

- Wenn bei der Theorienbildung in der Biologie die Möglichkeit eines Schöpfers
in Betracht gezogen wird, sind die wissenschaftlichen Hinweise auf eine spontane Lebensentstehung und Makroevolution bei weitem nicht so eindeutig wie oft angenommen wird.
- Darwins Mechanismus der natürlichen Selektion
spontan entstandener Varianten wird durch zahllose Beobachtungen gestützt. Da die Selektion weitgehend durch differentielle Fortpflanzung abgedeckt wird, ist die Evolution nicht notwendigerweise grausam. Das hohe Alter des Lebens macht aber den Tod unvermeidlich, und die Vielfalt der Biosphäre und die Lebenseffizienz grosser Tiere bedingen das Fressen anderer Tiere.
- Nach wie vor bleiben aber mögliche Mechanismen der spontanen Entstehung des Lebens
und von grundsätzlich neuen Funktionen völlig unbekannt und alle Vorschläge spekulativ.
- Die Fossiliendokumentation
zeigt viele, z.T. sehr alte Abstammungslinien, die sich langsam veränderten. Der Nachweis der Verzweigungspunkte ist sehr schwierig, doch dies entspricht genau dem Modell der "unterbrochenen Gleichgewichte", mit langem nahezu gleich Bleiben, unterbrochen von schnellen Übergängen.
- Fossilien moderner Menschen
sind bis etwa 100'000 Jahre alt, und ältere Vorläufer liegen eindeutig zwischen Mensch und Menschenaffen. Wollte der Schöpfer uns etwa durch "Vorspiegelung falscher Tatsachen" aufs Glatteis führen?
- Potenziell noch stärkere Argumente für eine gemeinsame Abstammung
verschiedener Arten sind die Ähnlichkeiten auf der molekularbiologischen Ebene, denn hier lassen sich oft Wahrscheinlichkeiten berechnen, sofern die Ähnlichkeiten nicht mit ähnlichen Funktionen verbunden sind. Zwischen den Genomsequenzen von Mensch und Schimpanse gibt es sehr viele praktisch identische Sequenzmerkmale, die kaum einer Funktion entsprechen können, also starken Beweischarakter haben. Doch ist Nichtfunktionalität grundsätzlich beweisbar? Dennoch kann heute vernünftigerweise nicht mehr bezweifelt werden, dass Mensch und Tier tatsächlich abstammungsmässig miteinander verwandt sind.

- Die Interpretation der Bibel muss ihren Offenbarungscharakter
berücksichtigen. Aber Gott zwingt keinen Menschen zum Glauben, auch nicht durch Beweise seiner Aktivität in Schöpfung, Geschichte oder Offenbarung. Es ist daher zu erwarten, dass die Bibel sich selbst und der Schöpfung nicht widerspricht, aber dass dies nicht beweisbar ist. Bei der Bibelinterpretation ist Kultur, Sprache und Umwelt des menschlichen Autors zu berücksichtigen, aber nicht wie es gewisse Kritiker tun, welche die Inspiration ignorieren und sich damit disqualifizieren.
- Die historisch-kritische Forschung
macht aus den ersten Genesiskapiteln in der Babylonischen Gefangenschaft entstandene Mythen, die zwar eine theologische Wahrheit enthielten, aber der Wissenschaft widersprächen. Diese Behauptungen sind unhaltbar, denn eine harmonische Interpretation von Genesis ist grundsätzlich möglich, was diese von Mythen unterscheidet.
- Genesis 1 verstehe ich als weltumfassende Schöpfungserzählung
, Genesis 2 als deren Fortsetzung im lokalen Rahmen Südmesopotamiens. Dabei wird unterschieden zwischen dem Erschaffen von grundsätzlich Neuem aus nichts und Weiterentwickeln von Bestehendem. Adam war nicht der erste im Bild Gottes erschaffene Mensch, sondern der von Gott als Repräsentant der Menschheit Berufene, mit einem speziellen Missionsauftrag.

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