Petrus zur Sintflut - Creation and Evolution

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Petrus zur Sintflut

Deutsch > Forschungsbereiche > Genesis-Interpretation

P. Rüst (2008), "Petrus zur Sintflut - Der Kurzzeitkreationismus verletzt den biblischen Zusammenhang", Manuskript, 3 S.
http://www.aneste.ch/files/PetruszurSintflut.pdf

 

Ein Pseudoargument des Kurzzeitkreationismus:
"...durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen
...und durch die Sünde der Tod..." (Römer 5,12)

- daher: Tod kam mit Sündenfall Adams
- daher: keine Fossilien toter Lebewesen vor Adams Fall
- daher: Gebirge mit Fossilien erhoben sich nachher
- daher: die dafür nötige weltweite Flut war die Sintflut

Ein vermeintlicher Beleg dafür:
Petrus sagt, nur Noah und Familie haben überlebt,
weltweite Sintflut parallel zu weltweitem Feuergericht

- Gott verschonte die Welt nicht, nur Noah (2. Pet. 2,5)
- Flut zerstörte die alte Welt, Feuer die heutige (2. Pet. 3,5-7)

Inhalt:

1. Kurzzeitkreationistisches Vorurteil zur Flut
2. Eine globale Flut?
3. Die Flut als Vorsignal für die Zerstörung der ganzen Erde im Feuer
4. Verschiedene Bedeutungen der Begriffe "Erde" und "Welt"
5. Wozu schrieb Petrus diesen Brief?
6. Gottes Gerechtigkeit in der Geschichte
7. Gottes Wort ist zuverlässig
8. Der Irrtum der Spötter
9. Kurzzeitkreationismus vergewaltigt den Zusammenhang

Lot flieht aus Sodom

(neben der Sintflut
erwähnt Petrus auch
das eindeutig lokale
Gottesgericht über
Sodom und Gomorra)

- Kurzzeitkreationisten glauben, jeglicher Tod, tierischer wie menschlicher, sei erst mit Adams Sündenfall in die Welt gekommen. So müssten auch alle Fossilien toter Lebewesen jünger sein als Adam. Da solche selbst in den höchsten Gebirgen vorkommen, müssten diese in einer weltweiten Katastrophe nach Adams Fall, also der Sintflut entstanden sein.

- Nach 2. Petrus 2,5 ging die alte Welt offenbar in einer weltweiten Flut unter, da nur Noahs Familie überlebte.   

- Wie nach 2. Petrus 3, 5-7 die damalige Erde im Wasser unterging, wird die jetzige Erde im Feuer untergehen. Da das Endgericht weltweit sein wird, war es also auch die Sintflut.

- Aber weder die griechischen Wörter für "Erde" und "Welt" in 2. Petrus, noch das hebräische für "Erde" im Flutbericht in 1. Mose sind eindeutig. Alle können auch "Land" oder kleinere Gebiete oder deren Bevölkerung bezeichnen. Der direkte und weitere Zusammenhang muss berücksichtigt werden.

- Im 2. Brief ermutigt und mahnt Petrus die verfolgten Christen. Besonders bedroht sind sie aber durch Irrlehrer, welche sie zu Genusssucht verleiten wollen, und Spötter, die sich über die Hoffnung auf das baldige Kommen Jesu lustig machen. Beides führt zu Gottlosigkeit.

Gottes Engel treiben Lot zur Eile an, bevor Sodom eingeäschert wird

- 2. Petrus 2 warnt vor der Verführung durch falsche Propheten. Gottes Gericht kommt über diese, während die Gläubigen errettet werden. Zur Illustration dienen die gefallenen Engel, die Sintflut, und Sodom und Gomorra. Das letztere war eindeutig lokal. Der Umfang der Flut ist hier irrelevant.

- 2. Petrus 3 betont die Zuverlässigkeit der Voraussagen durch die Propheten und Apostel und warnt vor Verführern, die darüber spotten. Das Gericht über solche kam in der Sintflut durch Wasser und wird im Endgericht durch Feuer kommen, aber die Gläubigen dürfen zuversichtlich auf Gottes Verheissung warten. Der Umfang der Flut ist hier irrelevant.

- Ignorante Spötter meinten, da Jesus nicht wiedergekommen sei wie erwartet, werde er nicht kommen. Doch Gott ist nicht säumig, sondern langmütig. Aber sein Zeitplan ist verborgen. Petrus illustriert Gottes Lenkung der Geschichte anhand der Schöpfung: die Welt existierte seit Urzeiten, das Land tauchte aus dem Wasser auf und existierte weiter durch Gottes Wort. Einiges dauert lange. Der Umfang der Flut ist hier irrelevant.

- Nichts in 2. Petrus hat mit dem geographischen oder sozialen Umfang der Sintflut zu tun. Kurzzeitkreationisten reissen Verse aus dem Zusammenhang und verfälschen den Text. Indem sie das Umfeld ignorieren, wo es nicht in ihr Konzept passt, nehmen sie auch die Bibel nicht wörtlich genug.

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